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Das Positive vorweg: Wir müssen die Erde nicht retten.

Unser Planet Erde – unsere Welt. Wir wissen mehr über unsere Welt als alle unsere Vorfahren. Doch all dies Wissen führt nicht zu mehr Respekt.

Im 12.Jahrhundert war die Welt unserer Vorfahren flach und in Ihrer Wahrnehmung auf mehrere Tagesritte begrenzt. Die absolute Mehrheit der Menschheit des Mittelalters erlebte ihre Welt als eine Fläche von nur rund 5.000 km2. Dies entsprach nur einem Hunderttausendstel der Oberfläche unser aller Heimatplaneten.

Die technischen Möglichkeiten auf die Erde Einfluss zu nehmen waren geringer. Aber der Mensch schädigte schon damals seine Umwelt im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Was für die menschliche Zivilisation des beginnenden 21. Jahrhunderts Erdöl -- das „schwarze Gold“ -- ist, war für die Menschen des 12.Jahrhunderts das Salz. Salz war das „weiße Gold“. Für Salz wurden Kriege geführt und sogar die Lebensgrundlagen der folgenden Generationen geopfert. An der damaligen Küste der Nordsee wurde Salztorf in der Gier nach dem „weissen Gold“ abgebaut. Der salzige Torf wurde verbrannt um an das Salz zu gelangen. In der Folge gelangte das Land hinter den Deichen durch den Salztorfabbau unter Meeresniveau. In Ihrer kurzsichtigen Gier schaufelten sich die Menschen Ihr eigenes Grab.

16. Januar 1362: Die "Grote Manndränke", eine Sturmflut biblischen Ausmaßes. Von der Suche nach Salz geschundene und tiefer gelegte Landstriche boten den Bewohnern keinen Schutz mehr vor den Fluten der Nordsee. 100 000 Menschen sollen den Tod gefunden haben. Wegen der damals geringeren Bevölkerungszahl entspräche dies heute über 1.000.000 Toten. Siedlungen, Städte, ganze Inseln und Landstriche versanken dauerhaft im Meer.

Für die Überlebenden hatte ihre Welt, ihr Lebensraum so wie sie ihn kannten, aufgehört zu existieren.
Doch auch wenn die neue Welt, das Wattenmeer -welches sich noch heute vor der deutschen Nordseeküste erstreckt- keinen Siedlungsraum für Menschen mehr bot; die Welt war nicht untergegangen. Die Welt hatte nur ihre Gestalt in eine für den Menschen unbewohnbare Form gewandelt.


Der Mensch hat in allen Teilen der Welt Beispiele dafür geschaffen wie er seine eigenen Lebensgrundlagen zerstörte in dem er u.a. fischreiche Seen in lebensfeindliche Salzwüsten oder fruchtbare Gebiete in dürre Wüsten verwandelte.

Und es ist nicht besser geworden.
Heute jagen wir nicht nach Salz, aber der so noch nie da gewesene Heißhunger und die Gier nach fossilen Brennstoffen und Rohstoffen lässt den Menschen schlimmer wüten als je zuvor.

Wir zerstören schneller, nachhaltiger und großflächiger unsere Lebensgrundlagen. Und zwar allumfassend: zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Denn wir sind mehr Menschen und wir haben technische Mittel wie nie zuvor.

Aber seien Sie beruhigt:
wir werden die Erde, unseren Planeten nicht zerstören.

Wie exemplarisch die norddeutschen Salzsucher im Mittelalter verändern wir heute erneut unseren Lebensraum. Bis uns die Rechnung dafür gestellt werden wird.

Dabei ist das alles nicht nötig.

Wissen ist Verantwortung, Fähigkeit ist Pflicht.

Wir haben das Wissen und die Fähigkeit es besser zu machen. Erdöl und Kohle zu verbrennen ist ein wahnwitziger Frevel. Wir und unsere Nachfolger brauchen diese so wertvollen Rohstoffe. Öl und Kohle sind die Basis für Medikamente und Lebensmittel. Sie sind der Rohstoff um unsere Gebäude und Fahrzeuge dauerhafter, energiesparsamer und sicherer zu bauen. Wir müssen und dürfen diese Rohstoffe nicht länger hirn- und sinnlos verbrennen.

Wir haben heute das Wissen und die Fähigkeit Energie alternativ und nachhaltig nutzbar zu machen und wertvolle fossile Rohstoffe für unsere Nachkommen nutzbar zu erhalten.
Neben den vorhanden materiellen Mitteln brauchen wir dazu Mut und Entschlossenheit.
Und es bringt nichts nur darüber zu reden.
Wir alle müssen damit beginnen.
Wir und Sie; hier und heute.

Wir sind es uns und unseren Kindeskindern schuldig.

Trier

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Jörg Temme
Vorstand der TEMME AG AG


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